Hybrides Theater
Halt mich auf
Annika Henrich

Eine Hybridveranstaltung im Theater und als Livestream im Internet in Koproduktion zwischen dem Theater unterm Dach Berlin und dem monsun.theater Hamburg

Inmitten heutiger urbaner Realität kämpfen vier Existenzen rund um einen multifunktionalen Gebäudekomplex um Selbstbehauptung. Zwischen Vereinzelung und Liebessehnsucht, Gentrifizierung und Prekariat suchen sie nach Zugehörigkeit: Eine junge Frau will eigentlich Schauspielerin sein, schleppt sich mit ihrem selbstgeschriebenen Monolog aber bloß von Job zu Job. Eine Biotechnologin verbringt die Zeit am Arbeitsplatz damit, möglichst beschäftigt auszusehen. Es ist zu spät, um jemanden nach ihrer genauen Aufgabe zu fragen. Und ein Bauunternehmer versteht die Welt nicht mehr, als eine Menschenmenge gegen seine geplante Sanierung aufbegehrt. Auch sein Sohn ist unter den Demonstranten und sorgt für die Protestmusik. Kommentiert wird das Ganze von den Stammgästen der Kneipe nebenan, die im Nichtstun ihre ganz eigene, entrückte Form der Rebellion geben der Einsamkeit in einer anonymen Großstadtwelt gefunden haben.

In dem preisgekrönten Debütstück „Halt mich auf!“ verdichtet die junge Autorin und Dramaturgin Annika Henrich melancholisch-humorvoll die brennenden Themen urbaner Existenzen und treibt ihre Ausweglosigkeit auf die Spitze. Mit Sympathie blickt sie auf die Lächerlichkeit ihrer Figuren, die sich auf der Suche nach ihrem Platz im Leben abstrampeln und macht dabei politische Fragen zu Wohnraumverteilung und prekären Arbeitsverhältnissen sichtbar.

Team:

Mit Christina Hilkens, Quintus Hummel, Luise Schnittert, Urs Fabian Winiger
Konzept & Regie Johanna Hasse | Konzept & Ausstattung Françoise Hüsges| | Licht Thomas Schick| Stream- und Theatertechnik Armin Andor, Oliver Gayk, Robert Schüller | Produktionsleitung Elisa Calosi

Eine Koproduktion zwischen dem Theater unterm Dach Berlin und dem monsun.theater Hamburg,

gefördert vom Fonds Darstellende Künste aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und dem Bezirkskulturfonds der Senatsverwaltung für Kultur und Europa

 

Foto: Isa Zappe