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Nach allen Vorstellungen können die Besucher mit den Künstlern
im Theaterfoyer ins Gespräch kommen.


 

 
FEBRUAR 2018


Fr       02.02.     20 Uhr
Sa      03.02.     20 Uhr


nochmals
DIE WOHLPRÄPARIERTE FRAU
oder The ultimate imitation of life
von Susanne Jansen

Regie: Stephan Thiel
Mit: Anna Bardorf, Susanne Jansen, Elena Weiß, Alexander Ernst

Das Bordbistro eines Hochgeschwindigkeitszugs - Halt auf freier Strecke - drei Frauen und ein Mann, der Musiker, Mitreisender und auch der Hund Wolfi ist... Der Zug steht - keiner weiß warum, oder ob die Fahrt weitergeht. Was folgt ist ein rasanter, mitreißender, wortgewaltiger und sehr moderner Theaterabend. Monologisch, dialogisch und chorisch ringen die drei Frauen um Ihre Würde im Kampf um Optimierung und Flexibilität, gegen die Wut auf‘s banale Leben, die Unzufriedenheit, immer auf der Suche nach dem wahren Leben und der Schönheit des Moments.

„DIE WOHLPRÄPARIERTE FRAU oder The ultimate imitation of life“ ist eine sehr persönliche Bestandsaufnahme über die Auswirkungen einer hochgradig beschleunigten Gesellschaft auf die Menschen, die in ihr leben.
Der Text entfaltet einen poetischen Atem und kraftvollen Rhythmus. Mal nervös und fiebrig, dann wieder selbstironisch leicht, fast en-passant, berührend, sinnlich und vital agieren drei „Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs“- aber auch Frauen mit Nerven am Rande des Zusammenbruchs.

Diese Inszenierung wurde zum Friedrich-Luft-Preis 2016 nominiert. Der seit 1992 verliehene Theaterpreis würdigt jährlich die beste Berliner oder Potsdamer Theateraufführung.



So     04.02.     20 Uhr


Trilogie der klassischen Mädchen
GRETE nach Goethes Faust

Spiel: Claudia Wiedemer
Regie: Anja Gronau
Künstl. Mitarbeit: Marcel Luxinger  

Blond bezopft und einfältige Verse säuselnd – so ist das deutsche Gretchen allen vertraut, als Opfer männlicher Rücksichtslosigkeit. Mit ihrem Perspektivwechsel auf die Figur der Grete zeigen Anja Gronau und Claudia Wiedemer, welche Möglichkeiten der heutigen Aneignung diese Frauenfigur zwischen Hingabe und Auflehnung, jenseits des Klischees vom blond zopfigen Mädchen bietet. Sie geben dem Gretchen einen Abend, ohne Rücksicht auf Faust. 

Grete (Claudia Wiedemer) stürzt auf die Bühne und wir befinden uns mitten in einem Theaterstück, das so packend, faszinierend, lustig, traurig, liebevoll, emphatisch, ironisch, berührend, begeisternd ist…..        

Diese Inszenierung bekam den Friedrich-Luft-Preis 2004.


 
Leider entfallen die beiden nachfolgenden Vorstellungen wegen Erkrankung der Darstellerin.
Do
    08.02.     20 Uhr
Fr      09.02.     20 Uhr


KEIN DACH KEIN BODEN
von Amina Gusner

Regie: Amina Gusner
Ausstattung: Inken Gusner
mit: Inga Wolff und Can Oral
Stimmen: Peter Rene Lüdicke, Artemis Chalkidou,
               Helen Schröder, Max Nowka, Nadine Schori und Rüdiger Rudolph

                                                                                                          
DACH KEIN BODEN ist ein Stück basierend auf sechs authentischen Abschiedsbriefen von Selbst-mördern. Eine Schauspielerin, ein Musiker und diverse Geister begegnen sich im Limbus, in einem
Zustand des Übergangs: noch nicht im Tode angekommen, noch mit ihrem Leben verbunden, aber eben nicht mehr lebend.
Ein Spiel mit Erwartungshaltungen, Wut, Erinnerungen, Enttäuschungen entspinnt sich zu einem Konzert aus Stimmen und erinnerten Geräuschen. KEIN DACH KEIN BODEN ist ein polyphones Klanggefüge aus Text, Atmosphären und Gesang. Ein Durchspielen aller möglichen Leben in einer Stunde.
 
Indem Amina Gusner ein Stück über Selbstmörder macht, macht sie ein Stück über unser Leben: Worin besteht sein Sinn? Was ist sein Wert? Unabhängig jeder Mode und politischer Bewegung. Was macht ein Leben lebenswert? Und ja, es darf auch gelacht werden, denn Komik und Tragik liegen ja bekannter maßen dicht bei einander.
 



Sa     10.02.     20 Uhr
So     11.02.     20 Uhr


letztmalig
WOYZECK von Georg Büchner

Regie & Ausstattung: Jakub Gawlik
Dramaturgie: Andreas Engelmann
Licht: Uwe Grünewald
Video und Bild: Timo Benit
Mit: Esra Schreier, Viktor Nilsson, Alexander Stürmer

Was ist geblieben? Er lebt am Existenzminimum. Er hat mehrere Jobs, die trotzdem kaum reichen, um Frau und Kind zu versorgen. Sein gesundheitlicher Zustand wird immer besorgniserregender. Ausgenutzt, gedemütigt, geschlagen: ein Mensch ohne Chance, mit Blut am Ellbogen: Woyzeck, Opfer und Täter. Verschlissen in einer brutalen Gesellschaft, Mörder von Marie.
Als er erfährt, dass seine Marie, sein letzter physischer Machtanspruch, sein einziger Gefährte, sich dem Mayor öffnet eine Nacht lang, verliert Woyzeck nicht nur den Bezug zur Realität. Er gewinnt ihn im selben Moment auch. Er kauft sich ein Messer, weil eine Pistole zu teuer ist und sticht nicht wahllos zu, sondern auf das einzige von Wert, das Einzige, das noch wohl war in einer Welt des Unwohlseins. 
Der von Büchner als Fragment belassene Dramenstoff ermöglicht die Betrachtung des Individuums in einem System, das nach Klassen geordnet ist und in dem deshalb alle verlieren. - Und was bleibt uns dann noch an Humanität, Freude, gemeinsamer Zukunft?

Mit freundlicher Unterstützung der Hochschule für Schauspielkunst Ernst-Busch und der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin.

https://vimeo.com/246339005
 



Do     15.02.     20 Uhr
im Anschluss theaterscouting - Publikumsgespräch

Fr      16.02.     20 Uhr


ROSA – Trotz alledem
Ein Theaterprojekt von Anja Panse und Barbara Kastner

Text & Regie: Anja Panse
Ausstattung: Kathrin Krumbein
Dramaturgie & Produktionsleitung: Barbara Kastner
Puppenbau: Rodrigo Umseher, Ludwig Pauli
mit: Susanne Jansen, Lutz Wessel,
       Arne van Dorsten (Puppenspiel)
       Annegret Enderle (Musik)
                   

„Nur wer die Vergangenheit kennt, kann die Gegenwart verstehen und die Zukunft gestalten“ 
August Bebel

Rosa Luxemburg kämpfte für eine friedliche, gerechtere Welt. Als außerordentlich klarsichtige
Analytikerin gesellschaftlicher Verhältnisse führte sie den Menschen die gravierende Kluft zwischen Arm und Reich vor Augen, sprach von „Kriegswirtschaft“ im Interesse des Kapitals, von „Meinungs-manipulation“. Ihr Ziel war eine antikapitalistische  und freie Gesellschaft. Ihr Name ist bekannt, doch wofür stand sie? Ihr Nachlass lässt ihr politisches Wirken, ihre flammenden Reden lebendig werden, aber auch ihre Situation als Frau und ihre stillen, privaten Momente, in denen sie erschöpft vom politischen Kampf innehielt.

Rosa Luxemburgs Denken und Handeln wirkt in unsere Gegenwart hinein – in eine Zeit der „alternativen Fakten“, der politischen Unberechenbarkeiten, der gefühlten Ohnmacht in einer übermächtig-komplexen Welt. Im Dialog zwischen Puppen, Puppenspieler und Schauspieler*innen werden Verbindungslinien zwischen damals und heute gezogen.

"Rosa – Trotz alledem" ist eine künstlerische Positionsbestimmung des eigenen Handelns, ergründet die Herrschaftsverhältnisse unserer Zeit und stellt mit Rosa Luxemburg die Frage nach Alternativen.

Kooperation mit:
Theater unterm Dach Berlin, dkw. Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus, 'Uckermärkisches National-theater-Kulturgut Metzelthin'

Gefördert von: Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur Brandenburg
 

http://www.theaterscoutings-berlin.de/programm/event/gespraech_zu_rosa_trotz_alledem_1103/
 



Sa     17.02.     20 Uhr


UNTERTAN - Wir sind Dein Volk
nach dem Roman „Der Untertan“ von Heinrich Mann

Regie: Anja Gronau
Spiel: Alexander Schröder
Künstl. Mitarbeit: Marcel Luxinger

Vor über 100 Jahren - 1914 - erscheint der Roman DER UNTERTAN von Heinrich Mann das erste Mal. Die Glorifizierung des Kaisers und des Kaiserreichs (nach oben buckeln - nach unten treten!) stellt H. Mann in den Mittelpunkt seiner unterhaltsamen und sarkastischen Analyse.
Seine Hauptfigur, Diederich Heßling, “ war ein weiches Kind, das am liebsten träumte, sich vor allem fürchtete….“ Halt und Orientierung findet Heinrich Manns Protagonist während seiner leidenschaftlichen Lebenssuche in Institutionen und vorgegebenen Strukturen. Der Untertan braucht die Macht. Durch seine Unterwerfung unter und sein bedingungsloses Plädoyer für die Macht glaubt er sich vereint mit ihr. Blitzschnell weiß er Situationen zum eigenen Vorankommen zu nutzen: Mit lasziver Lust jauchzt er auf, wenn die Obrigkeit ihr Gewaltmonopol wahrnimmt und den demonstrierenden Umstürzlern und Krawallbrüdern die Grenzen aufzeigt. Der Untertan will Ordnung. Eine pluralistische, demokratische Gesellschaft ist ihm zutiefst suspekt.
In Zeiten gesellschaftlicher Unsicherheiten findet der Ruf nach einer Überfigur, die Identifikation und Ordnung verkörpert, seinen Nährboden. Jetzt oder nie: Monarchie!

Aufführungsrechte: Fischerverlag

Gefördert aus Mitteln des Regierenden Bürgermeisters von Berlin – Senatskanzlei – Kulturelle Angelegenheiten und des Amtes für Kultur und Bildung Berlin Pankow.   
 



So     18.02.     20 Uhr


LENZ
von Georg Büchner

Mit: Matthias Rheinheimer
Regie: Lutz Lansemann

Der junge revolutionäre Dichter Lenz wird von Goethe
und dem Weimarer Fürsten wegen einer angeblichen „Eseley“ ins Exil geschickt und durchwandert das Steintal im Elsaß. Lenz sucht – verarmt und in einer Existenzkrise – bei dem mo­der­nen Pfarrer und Sozialpionier Oberlin nach einer neuen Per­spektive.
Zwei Wochen später wird er aus Waldersbach unter Bewachung in einer Kutsche nach Straßburg gefahren.
Fünfzig Jahre später fällt Georg Büchner der Tage­buch­be­richt Oberlins in die Hände und er verarbeitet diesen zur Erzählung „Lenz“.

Heute gilt das Stück als erstes literarisches Werk über die Schizophrenie. Lenzens Verhalten wird aber auch als heftige Reaktion gegen die sozialen und künstlerischen Zwänge interpretiert.

www.youtube.com/watch?v=DYqhbAO6RqI
 



Di     20.02.     10.30 Uhr
Mi     21.02.     10.30 Uhr


CO-STARRING von Theo Frannz
Eine Produktion von I. Schierbaum und Marcus Thomas
in Kooperation mit dem Brandenburger Theater

Regie: Theo Fransz
Ausstattung: Kathrin Mickan, Alexander Brandt
Assistenz: Haymo Schmidt
Spiel: Ilja Schierbaum, Marcus Thomas

Co erwacht eines Morgens und stellt fest, dass sich alles verändert hat. Die Haare stehen ihm zu Berge, seine Hormone spielen verrückt und über seinem Gesicht sind kreuz und quer Pickel verteilt.
Er hat über Nacht die Welt der Kinder verlassen und ist in die der Erwachsen eingetreten. Kurz entschlossen wird der Teddy an der Schlafzimmertür gekreuzigt, und Co macht sich auf den Weg zur Schule. Er weiß, von diesem Tag an wird sein Leben nie wieder so sein wie es war.

„Mit Mitteln der Comedy wird eine Geschichte der Tragödie des Erwachsenwerdens erzählt. In der radikalen Überzeichnung der Figur steckt das Erfolgsgeheimnis. Mit Geräuschen und Musikeinlagen und mit seltsamen Kopfbewegungen. Diese Geschichte ist grossartig, absurd, völlig unwahrscheinlich und deshalb umso tragischer. Hochvirtuos, fast ohne Ausstattung, wird dieser traumatische Parcours zum Erwachsenwerden und der ersten Liebe gezeigt. Dabei ist kein Mittel zu grob, keine Mimik zu überzogen und kein Geräusch illustrativ genug. (…) Absurd, grotesk, hässlich, exzellent.“ Theater Heute

Rechte: Theaterstückverlag München
 


 
Fr      23.02.     19.30 Uhr
im Anschluss
theaterscoutings - Publikumsgespräch

Sa     24.02.     19.30 Uhr
So     25.02.     19.30 Uhr


SiDat! Simon Dach Projekttheater
DIE TAGE DER COMMUNE
von Bertolt Brecht / Hanns Eisler

Regie/Ausstattung: Peter Wittig
Musikalische Leitung/Klavier: Uwe Streibel
Choreographie: Nadja Herzog
Regieassistenz: Linda Loechte
Es spielen:
Bianca Faber, Anne Sophy Schleicher, Margarete Steinhäuser, Merlin Delhaes,
David Hannak, Konstantin Klemm, Markus Riexinger, Robert Schonk, Jerome Winistädt, Michael Matuszewski

Rosa Luxemburg:
Es stimmt, ich habe verfluchte Lust, glücklich zu sein.
Babette in Tage der Commune:
Für nen armen Hund ist nichts zu schad.

Das Stück erzählt die Geschichte einer kleinen Arbeiterfamilie und ihrer Freunde inmitten von großer Geschichte: den 72 Tagen der Pariser Commune im Jahre 1871. Es ist Drama, es ist Komödie, auch schwarze Komödie, es hat viel Musik. Es beginnt als Räuberpistole: Einem Kellner werden von den Gästen die Preise gemacht, und ein Brathuhn wird beschlagnahmt. Es endet als Requiem. Der Apfelbaum blüht, aber es sind alle tot. Oder sagen wir: Alle sind tot, doch der Apfelbaum blüht? Wir spielen kein Historiendrama. Wir riskieren den Rückblick auf vergangene Kämpfe als Vorblick auf die zukünftigen.

Eine Produktion von SiDat! Simon Dach Projekttheater / www.sidat-pro.de
Rechte: Suhrkamp-Verlag 

http://www.theaterscoutings-berlin.de/programm/event/gespraech_zu_die_tage_der_commune_1097/
 



Die WABE hat zusammen mit dem Theater unterm Dach, der Stadtbibliothek Pankow sowie der Galerie Pankow dem Monat März 2018 einen Frauenschwerpunkt in der Programmgestaltung gegeben. Mehr als 30 Veranstaltungen - von Konzerten und Inszenierungen über Lesungen, Kunst-Salons und Talks bis hin zu Ausstellungen - setzen ganz bewusst einen weiblichen Akzent in den März-Kalendern der öffentlichen Kultur- und Bildungseinrichtungen des Großbezirks Pankow. 
https://www.wabe-berlin.info/extra-kalender-frauenmärz-2018/



MÄRZ 2018

 
Do     01.03.     20 Uhr
Fr      02.03.     20 Uhr


Deutsche Erstaufführung
ENTKOMMEN, MEIN ENGEL!
nach dem Roman „Mémoires de deux jeunes mariées“
von Honoré de Balzac

Spiel: Friederike Pöschel, Antje Widdra
Regie: Alexander Schröder
Ausstattung: Dirk Steffen Göpfert
Dramaturgie: Christiane Wiegand
Regieassistenz: Franziska Muche

Wer lügt? Unser Gefühl? Oder die Welt?“

Sie sind einander die besten Freundinnen. Nach einer gemeinsamen Jugend im Kloster haben Renée und Louise nur ein Ziel: ihr Liebesglück zu finden.
Vollgestopft mit freier Zeit und beflügelt von Besserwisserei schließen sie von Nebensächlichkeiten auf bestechende Wahrheiten. Mit tollkühnen Folgerungen versuchen sie ihrem Leben einen Sinn abzutrotzen. Befeuert von Konkurrenz und Solidarität wird die Bühne zum Kampfplatz der Gefühle.

In seinem 1841 entstandenen Briefroman stellt Balzac mit Louise und Renée zwei Lebensentwürfe einander gegenüber. Ein leidenschaftlicher Disput über Liebe, Ehe, Mutterschaft, Familie und Männer. Packend und zeitlos. Wie lassen sich Lebenshunger und Mutterglück verbinden? Wann? Mit wem? Und wo?
 


 
Sa      03.03.      20 Uhr


Trilogie der klassischen Mädchen
KÄTHE nach Kleists Das Käthchen von Heilbronn
                                                                      
Regie: Anja Gronau
Spiel: Claudia Wiedemer

KÄTHE entstand zunächst anlässlich von DIE WÜSTE LEBT, das Festival junger Regisseure und Schauspieler und wurde mit Unterstützung der Kulturbehörde der Freien und Hansestadt Hamburg an den Hamburger Kammerspielen uraufgeführt.

"Ist niemand da! Ist niemand da!" gellen die Rufe. Allein rennt das Mädchen mit einem von Haut und Rippen freigelegten, großen, schlagenden Herzen über die dunkle Bühne. - Es ist niemand da und dass noch jemand kommt, ist unwahrscheinlich. Anwesend sind allein Traum, Glaube, Liebe und Käthe.  
 


 
So     04.03.     20 Uhr


UNTERTAN - Wir sind Dein Volk
nach dem Roman „Der Untertan“ von Heinrich Mann

Regie: Anja Gronau
Spiel: Alexander Schröder
Künstl. Mitarbeit: Marcel Luxinger

Vor über 100 Jahren - 1914 - erscheint der Roman DER UNTERTAN von Heinrich Mann das erste Mal. Die Glorifizierung des Kaisers und des Kaiserreichs (nach oben buckeln - nach unten treten!) stellt H. Mann in den Mittelpunkt seiner unterhaltsamen und sarkastischen Analyse.
Seine Hauptfigur, Diederich Heßling, “ war ein weiches Kind, das am liebsten träumte, sich vor allem fürchtete….“ Halt und Orientierung findet Heinrich Manns Protagonist während seiner leidenschaftlichen Lebenssuche in Institutionen und vorgegebenen Strukturen. Der Untertan braucht die Macht. Durch seine Unterwerfung unter und sein bedingungsloses Plädoyer für die Macht glaubt er sich vereint mit ihr. Blitzschnell weiß er Situationen zum eigenen Vorankommen zu nutzen: Mit lasziver Lust jauchzt er auf, wenn die Obrigkeit ihr Gewaltmonopol wahrnimmt und den demonstrierenden Umstürzlern und Krawallbrüdern die Grenzen aufzeigt. Der Untertan will Ordnung. Eine pluralistische, demokratische Gesellschaft ist ihm zutiefst suspekt.
In Zeiten gesellschaftlicher Unsicherheiten findet der Ruf nach einer Überfigur, die Identifikation und Ordnung verkörpert, seinen Nährboden. Jetzt oder nie: Monarchie!

Aufführungsrechte: Fischerverlag

Gefördert aus Mitteln des Regierenden Bürgermeisters von Berlin – Senatskanzlei – Kulturelle Angelegenheiten und des Amtes für Kultur und Bildung Berlin Pankow.   
 



Do      08.03.     20 Uhr
Fr       09.03.     20 Uhr
Sa      10.03.      20 Uhr
 

Premiere:

Uraufführung
KIND ALLER LÄNDER
nach einem Roman von Irmgard Keun

Text und Regie: Anja Panse
Ausstattung: Annette Meyer
Musik: Annegret Enderle
Spiel: Friederike Pöschel

Kind aller Länder erzählt eine Geschichte von Flucht und Heimatlosigkeit aus der Sicht des zehnjährigen Mädchens Kully. Ihr Vater, ein Schriftsteller, muss vor dem NS-Regime fliehen und so beginnt eine Odyssee durch Europa und die USA. Kully jedoch nimmt die Welt anders wahr als die Erwachsenen: Sie wertet nicht. Ihre positive und naive Sicht verblüfft und amüsiert und verleiht den Schrecknissen Leichtigkeit.

Die Aufführung setzt sich anhand des Romans mit Heimatgefühlen, Sehnsüchten und
Verlustängsten von Geflüchteten auseinander. Insbesondere ruft Kind aller Länder in
Erinnerung, dass einst tausende von Deutschen auf der Flucht waren und zeigt, dass,
heute wie damals, Menschen nicht grundlos ihrer Heimat entfliehen.

gefördert durch das Bezirksamt Berlin Pankow, Fachbereich Kunst und Kultur
Medienpartner JUNGE WELT und MELODIE&RHYTHMUS
 



So      11.03.     20 Uhr


DIE FRAU AN SEINER SEITE
Männerkarrieren, Tatnähe und ´weibliche` Verstrickungen im Nationalsozialismus
Eine szenische Lesung

mit: Inga Dietrich, Antje Widdra und Sabine Werner

Drei Schauspielerinnen beleuchten in ihrer szenischen Lesung ein noch wenig erforschtes
Kapitel der NS-Geschichte. Frauen als Täterinnen. Juristisch ohne Schuld. Worin genau
bestand ihre Täterschaft?

Die Lesung nähert sich dieser Grauzone auf sensible Weise - mit exemplarischen Texten und minimalistischen Arrangements. Die Lebenswege der einzelnen Frauen, ihre Sicht der Dinge im Nationalsozialismus und nach Kriegsende sowie die Beschreibung der inneren Struktur der SS bilden die grundlegenden Elemente der Lesung.



Do     15.03.     20 Uhr
Fr      16.03.     20 Uhr


ROSA – Trotz alledem
Ein Theaterprojekt von Anja Panse und Barbara Kastner

Text & Regie: Anja Panse
Ausstattung: Kathrin Krumbein
Dramaturgie & Produktionsleitung: Barbara Kastner
Puppenbau: Rodrigo Umseher, Ludwig Pauli
mit: Susanne Jansen, Lutz Wessel,
       Arne van Dorsten (Puppenspiel)
       Annegret Enderle (Musik)                   

„Nur wer die Vergangenheit kennt, kann die Gegenwart verstehen und die Zukunft gestalten“ 
August Bebel

Rosa Luxemburg kämpfte für eine friedliche, gerechtere Welt. Als außerordentlich klarsichtige
Analytikerin gesellschaftlicher Verhältnisse führte sie den Menschen die gravierende Kluft zwischen Arm und Reich vor Augen, sprach von „Kriegswirtschaft“ im Interesse des Kapitals, von „Meinungs-manipulation“. Ihr Ziel war eine antikapitalistische  und freie Gesellschaft. Ihr Name ist bekannt, doch wofür stand sie? Ihr Nachlass lässt ihr politisches Wirken, ihre flammenden Reden lebendig werden, aber auch ihre Situation als Frau und ihre stillen, privaten Momente, in denen sie erschöpft vom politischen Kampf innehielt.

Rosa Luxemburgs Denken und Handeln wirkt in unsere Gegenwart hinein – in eine Zeit der „alternativen Fakten“, der politischen Unberechenbarkeiten, der gefühlten Ohnmacht in einer übermächtig-komplexen Welt. Im Dialog zwischen Puppen, Puppenspieler und Schauspieler*innen werden Verbindungslinien zwischen damals und heute gezogen.

"Rosa – Trotz alledem" ist eine künstlerische Positionsbestimmung des eigenen Handelns, ergründet die Herrschaftsverhältnisse unserer Zeit und stellt mit Rosa Luxemburg die Frage nach Alternativen.

Kooperation mit:
Theater unterm Dach Berlin, dkw. Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus, 'Uckermärkisches National-theater-Kulturgut Metzelthin'

Gefördert von: Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur Brandenburg
 



Sa     17.03.     19.30 Uhr
So     18.03.     19.30 Uhr


SiDat! Simon Dach Projekttheater
DIE TAGE DER COMMUNE
von Bertolt Brecht / Hanns Eisler

Regie/Ausstattung: Peter Wittig
Musikalische Leitung/Klavier: Uwe Streibel
Choreographie: Nadja Herzog
Regieassistenz: Linda Loechte
Es spielen:
Bianca Faber, Anne Sophy Schleicher, Margarete Steinhäuser, Merlin Delhaes,
David Hannak, Konstantin Klemm, Markus Riexinger, Robert Schonk, Jerome Winistädt, Michael Matuszewski

Rosa Luxemburg:
Es stimmt, ich habe verfluchte Lust, glücklich zu sein.
Babette in Tage der Commune:
Für nen armen Hund ist nichts zu schad.

Das Stück erzählt die Geschichte einer kleinen Arbeiterfamilie und ihrer Freunde inmitten von großer Geschichte: den 72 Tagen der Pariser Commune im Jahre 1871. Es ist Drama, es ist Komödie, auch schwarze Komödie, es hat viel Musik. Es beginnt als Räuberpistole: Einem Kellner werden von den Gästen die Preise gemacht, und ein Brathuhn wird beschlagnahmt. Es endet als Requiem. Der Apfelbaum blüht, aber es sind alle tot. Oder sagen wir: Alle sind tot, doch der Apfelbaum blüht? Wir spielen kein Historiendrama. Wir riskieren den Rückblick auf vergangene Kämpfe als Vorblick auf die zukünftigen.

Eine Produktion von SiDat! Simon Dach Projekttheater / www.sidat-pro.de

Rechte: Suhrkamp-Verlag 

http://www.theaterscoutings-berlin.de/programm/event/gespraech_zu_die_tage_der_commune_1097/
 



Fr     23.03.     19 Uhr


AUS DEN TRÄUMEN EINES KÜCHENMÄDCHENS
Annäherung an Käthe Reichel

Ein Film von Richard Engel, Petra Kelling, Christine Boyde

Dreizehn Jahre,  bis zu ihrem Tod, begleiteten Richard Engel, Petra Kelling und Christine Boyde Käthe Reichel
mit der Kamera.
Es entstand ein streitbarer Film über und mit einer streitbaren Persönlichkeit.

"Diese ungewöhnliche Frau weckte 13 Jahre lang unser Interesse und sie lässt uns bis heute nicht los. Sie war oft schwer zu ertragen, sie war laut, schrill, sie war aber auch nachdenklich und leise.  Zwischen ihren Träumen und der Wirklichkeit klafften manchmal Abgründe, die auch in Vergeblichkeit münden konnten. Irrtümer inbegriffen. Aber ohne Visionen zu leben hieße ohne Hoffnung zu leben und Erinnern heißt mit der Vergangenheit zu leben, damit das Subjekt, der lebendige Mensch nicht ausgelöscht wird.
...... Wir vier gingen einen gemeinsamen Weg und wollen sie nun mitnehmen auf unsere Entdeckungsreise durch die Höhen und Niederungen menschlichen Lebens.
Versuchen wir das Unmögliche, um es möglich zu machen."
Richard Engel, Petra Kelling und Christine Boyde
 



Sa     24.03.     20 Uhr
So     25.03.     20 Uhr


KEIN DACH KEIN BODEN
von Amina Gusner

Regie: Amina Gusner
Ausstattung: Inken Gusner
mit: Inga Wolff und Can Oral
Stimmen: Peter Rene Lüdicke, Artemis Chalkidou,
               Helen Schröder, Max Nowka, Nadine Schori und Rüdiger Rudolph

                                                                                                          
DACH KEIN BODEN ist ein Stück basierend auf sechs authentischen Abschiedsbriefen von Selbst-mördern. Eine Schauspielerin, ein Musiker und diverse Geister begegnen sich im Limbus, in einem Zustand des Übergangs: noch nicht im Tode angekommen, noch mit ihrem Leben verbunden, aber eben nicht mehr lebend.
Ein Spiel mit Erwartungshaltungen, Wut, Erinnerungen, Enttäuschungen entspinnt sich zu einem Konzert aus Stimmen und erinnerten Geräuschen. KEIN DACH KEIN BODEN ist ein polyphones Klanggefüge aus Text, Atmosphären und Gesang. Ein Durchspielen aller möglichen Leben in einer Stunde.
 
Indem Amina Gusner ein Stück über Selbstmörder macht, macht sie ein Stück über unser Leben: Worin besteht sein Sinn? Was ist sein Wert? Unabhängig jeder Mode und politischen Bewegung. Was macht ein Leben lebenswert? Und ja, es darf auch gelacht werden, denn Komik und Tragik liegen ja bekannter maßen dicht bei einander.
 



Do      29.03.      20 Uhr
Fr       30.03.      20 Uhr


ENSKAT & JANSEN SIND DREI SCHWESTERN
Ein besonderes Theater-Konzert

Idee, Konzept, Performance: Susanne Jansen und Rosa Enskat
mit: Guido Raschke am Klavier

Was diesen Abend so besonders macht, ist, dass Rosa Enskat und Susanne Jansen nicht nur Lieder interpretieren, sondern dabei ein Kaleidoskop verschiedenster feiner Stimmungen, Atmosphären und Assoziationen erzeugen.
Ein furioser Theaterliederabend im besten Sinne. Mit Grandezza kreieren Enskat und Jansen nicht mehr und nicht weniger als ein neues Genre.
Ganz egal, ob sie singen, schweigen oder sich in skurilem Ausdruckstanz hinter dem Sofa oder dem Mann am Klavier verausgaben: dieses theatralische Duo fatal ist ein absurd-
anarchisches Gesamtkunstwerk.
 


 


www.theateruntermdach-berlin.de